Arbeitswelt der Zukunft vom 28.01.2019

01.03.2019

Einfaches Rezept für die Arbeitswelt der Zukunft: Offenes Mindset und Grenzen abbauen

Unter dem Titel «Arbeitswelt der Zukunft» hat der Rektor, Bernhard Beutler, des Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) Lyss einmal mehr Politik-, Wirtschaft- und Bildungsvertreter sowie Gäste eingeladen und sich so als interdisziplinärer Brückenbauer bewiesen. Rund 160 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung des BWZ Lyss.

Den Auftakt machte Margrit Junker, Schulratspräsidentin des BWZ Lyss, die eindrücklich darlegte, wie sehr das BWZ Lyss sich als Drehscheibe und nicht als Verwaltungseinheit verstehe. «Arbeite klug, nicht hart», dieses Statement frei nach Dr. House gab Lars Guggisberg, Nationalratskandidat und Geschäftsführer des Handels- und Industrievereins der Sektion Lyss-Aarberg und Umgebung den Gästen in seinem Grusswort mit auf den Weg.

Es folgten drei hochinteressante und sich perfekt ergänzende Inputreferate. Den Auftakt machte Frau Nationalrätin Christa Markwalder. Sie gab redegewandt und mit eindrücklichen Fakten einen guten Einblick in den Arbeitsmarkt der Schweiz. Sie betonte die Stärken, wie das duale Bildungssystem und den flexiblen Arbeitsmarkt und unterliess es nicht, auch die Schwächen wie etwa die mangelhafte Möglichkeit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, den Fachkräftemangel oder die Tendenz zur Überakademisierung darzulegen.

Frau Eva Jaisli, CEO PB Swiss Tool, legte in ihrem Referat dar, was es heute als ehrgeiziges KMU braucht, um höchst anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen. Kurz gesagt setzt ihr erfolgreiches Unternehmen auf eine klare Strategie, offene Kommunikation, Energie und eine stimmige Kultur.

Herr Kuno Ledergerber, Leiter des Zentrums für Human Capital Management der ZHAW, stellte gleich zu Beginn klar: Mitarbeitende sind Wettbewerbsfaktor und nicht Kostentreiber. Er zeigte die Unterschiede in den Ansprüchen der unterschiedlichen Generationen (Y vs. Z) und brachte sein Erstaunen zum Ausdruck über die Sicherheit, die von der jüngsten Generation Z (Jahrgänge ab 1995) wieder vermehrt gefordert wird.

Es folgte eine Diskussionsrunde mit den drei Referentinnen und Referenten sowie den weiteren Teilnehmenden: Dr. Urs Rickenbacher, CEO Lantal Textiles, Rolf Beer, Berufsfachschullehrer Schreiner und Dilia Jampen, Lernende im 4. Lehrjahr als Schreinerin. Bernhard Beutler, Rektor des BWZ Lyss gelang es vorzüglich die Parteien mit unterschiedlichen Blickwinkeln gut abzuholen und ihre Meinungen zu neuen Arbeitsformen, zum Schweizer Arbeitsmarkt sowie zu Führungsmodellen und jungen Generationen darzulegen. Als Quintessenz lässt sich sagen, dass sich die Parteien einig sind: Was es braucht, um als Arbeitgeber erfolgreich zu sein, ist ein offenes Mindset. Das heisst konkret z.B. auch mal einen Mitarbeitenden anzustellen, der nicht von Anfang an 100% der Qualifikationen erfüllt. Unter einem offenen Mindset verstanden die Diskussionspartner aber auch die Offenheit in Bezug auf Führung (weg von Hierarchien und starren Titeln) und auf Arbeitsmodelle (9 to 5 ist passé). Als eine weitere zentrale Bedingung identifizierten die Diskussionspartner den liberalen Arbeitsmarkt sowie das Zusammenwirken von Bildung, Politik, Wirtschaft, Verbänden und Gesellschaft – und folgten so ganz dem Leitmotiv des BWZ Lyss. 

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